Wie gelingt „Integration“ in Bayern?

Die CSU ist der festen Überzeugung, dass die Integration in Bayern gelingt. Auf einer Podiumsdiskussion des Arbeitskreises für Migration und Integration der CSU wurde der Frage nach nachgegangen, was Politik und Gesellschaft für eine bessere Integration tun können? 

Vor der eigentlich Diskussion, wurden zunächst die Fakten vorgestellt: Bayern hat bundesweit die höchste Erwerbsquote von Menschen mit Migrationshintergrund. Jeder fünfte Bayer hat Wurzeln im Ausland. In München ist der Migrantenanteil höher als in Berlin. 400.000 Münchner haben einen ausländischen Pass, mehr als 200.000 weitere einen Migrationshintergrund. Das sind zusammen mehr als 40 Prozent der Einwohner. Dennoch: „Bei uns gibt es keine Parallelgesellschaften und No-Go-Areas“, sagt CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Dass Bayern in Sachen Integration so viele Rekorde hält, führt Scheuer auf die enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zurück. „Wirtschaftlicher Erfolg ist der Garant der Akzeptanz“, sagt Scheuer.

Marian Offmann sitzt für die CSU im Münchner Stadtrat. Er sagt: „Wir können stolz darauf sein, was wir geschafft haben. Aber einige Dinge sind verbesserungswürdig.“ So machten Migranten einen großen Anteil der Wohnungslosen aus. Nur kluger Wohnungsbau könne dieses dringende Problem lösen, sagt der Kommunalpolitiker. Dies müsse allerdings so geschehen, dass keine Ghettos entstehen. Heißt: Wohnraum schaffen für alle.

Das Handwerk plagen andere Sorgen, berichtet Lothar Semper. Er ist Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern. In den Handwerksbetrieben sei die Unsicherheit groß. Unternehmer seien nicht ausreichend darüber aufgeklärt, in welchem Fall zum Beispiel Afghanen abgeschoben würden und in welchem nicht. „Für uns ist nicht entscheidend, wo jemand herkommt, sondern wo er hin will“, sagt Semper. Oliver Platzer, Sprecher des Bayerischen Innenministeriums, bestätigt auf Nachfrage Missverständnisse in diesem Bereich. Er klärt auf: „Grundsätzlich gilt, dass Afghanen in einem begonnenen Ausbildungsverhältnis nicht abgeschoben werden. Das gilt nicht für Straftäter. Ein Besuch der Berufsschule gilt nicht als Ausbildung im Sinne der greifenden Regelung.“

Wolfgang Zeller, ehemaliger Schulleiter und Vorsitzender des Arbeitskreises Schule der CSU, macht klar: Oft sind die Eltern das größte Problem: „Es gibt eine Minderheit, da kommen wir an die Eltern nicht ran.“ Migrantenkinder, die zuhause kein Wort Deutsch sprechen, deren Eltern kein Interesse an Integration zeigten, die könnten eben zu Problemfällen werden. Um solche Fälle richtig zu erkennen und zu beheben, bräuchten Schulen höhere Betreuungsschlüssel.

Sprache, Sprache, Sprache. In dieser Frage sind sich alle einig: „Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, sagt Michaela Kaniber, geboren in Bad Reichenhall als Tochter kroatischer Gastarbeiter. Die CSU-Landtagsabgeordnete, kroatisch erzogen, bayerisch geprägt, ist Anhängerin des FC Bayern München und von Hajduk Split, spricht natürlich „fließend“ Bairisch.

Auch Thomas Kram vom Bayerischen Landessportverband bestätigt: Beim gemeinsamen Sport lernen Ausländer schnell Deutsch, bauen sich ein soziales Netzwerk auf und kommen so am Ende auch leichter in Wohnungen, an Arbeitsplätze und in der Gesellschaft an. „Sport verbindet“, so abgegriffen diese These ist – sie stimmt eben, bekräftigt Kram.

Ozan Iyibas betont: „Wir müssen fordern und nicht nur fördern.“ Integration sei eine Bringschuld derer, die nach Deutschland kommen. „In Bayern sind wir stolz auf unsere Werte, Kultur, Traditionen und Religion.“ Wer hier heimisch werden wolle, müsse sich damit auseinandersetzen. Iyibas will Rollenbilder stärken, Menschen zeigen, die sich erfolgreich integriert haben. Dazu gehört für ihn auch, Probleme zu benennen – abseits von politischer Korrektheit. „Wir brauchen eine klare, ehrliche Sprache, die nichts verschweigt und nichts befeuert.“

 

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