Was ist in der Autoindustrie los?

„Skandal“, „Rückruf“, „Tierversuche“, „Manipulation“. Das in etwa sind die abwechselnden Schlagzeilen über die deutschen Weltmarken und Klassenschlager Daimler, BMW, Porsche, Volkswagen und Audi. Wir beobachten einen nie da gewesenen Vertrauensverlust der hochdekorierten heimischen Autoindustrie. Und das schlimme an der Sache: Die Skandale sind hausgemacht. Dabei ist dieser Industriezweig so wichtig für Deutschland – überlebenswichtig sogar. Denn ginge der Automarkt in der Bundesrepublik down, wäre das Ausmaß für die deutsche Wirtschaft gigantisch. Ein Auto „Made in Germany“ ist und bleibt vorerst unser größter Exportschlager.

Neben China, Japan und den USA gehört Deutschland zu den größten Autobauern der Welt. Im vergangenen Jahr wurden im In- und Ausland knapp 16 Millionen Autos produziert und rund 407 Milliarden Euro erwirtschaftet. Und das liegt vor allem an der starken Nachfrage im Ausland, wo 63 Prozent der gesamten Erlöse verdient werden. Zudem arbeiten allein in Deutschland mehr als 800.000 Menschen in der Autoindustrie. Indirekt sind es aber noch mehr, weil viele andere Zweige dranhängen, wie Forschungseinrichtungen, Werkstätten, Tankstellen oder auch Versicherungen.

Und dann tauchen plötzlich diese ganzen Skandale und Schummeleien auf, die den Ruf der Autobauer und das deutsche Gütesiegel beschmutzen. Sucht man nach den Gründen, ist die Antwort relativ simple: es geht wie immer ums Geld. Es ist eine Kostenfrage. Die Autobauer haben beispielsweise Manipulationssysteme eingebaut, um in erster Linie Kosten zu sparen. Damit haben sie sich allerdings selbst eine Falle gestellt, die bislang Milliarden gekostet hat.

Dabei wehte doch gerade ein neuer, sauberer Wind durch die Autobranche. Ein Umdenken fand statt und viele feierten die Innovationsgier von Daimler und Co. Mit Elektroautos will die Branche zukunftsfähig werden. Plus dazu haben sich schon einige Hersteller wie zuletzt Audi und Porsche zusammengetan, um effizienter in der Entwicklung zu werden. Der Druck nach einem Umdenken und Umbau der Branche nimmt nun nach den Negativschlagzeilen zu, vor allem da im Ausland die Konkurrenz bereits mit neuen Technologien ordentlich punktet.

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