Satire, Lachen, Kabarett

Was ist Satire?
Satire ist ursprünglich eine Spottdichtung, ein boshaft-kritisches, spöttisch-humoriges Gedicht, zusammengesetzt aus gemischten Elementen und mit gewissem Tiefgang zum Nachdenken verfasst. Es gibt Satire über Berufe, Mode, Schule, Personen, Wirtschaft, Tagespolitik und Gesellschaftsordnung. Der Hang zum Spott, der der Satire nachgesagt wird, macht dem Leser die Unlust über die dargestellten Gegenstände erträglicher und ermöglicht damit erst die Wirkung der Satire. Das Wort „Satire“ stammt aus dem lateinischen „satira“. Dass wiederum aus dem Wort „satura lanx“ hervorgeht, was so viel wie „gefüllte Schale“ heißt. Im übertragendem Sinne lässt es sich mit „bunt gemischtes Allerlei“ übersetzten.

Ursprünglich ist die Satire in der Literatur entstanden. Mit der Zeit hat sie sich auch im Film, Fernsehen und Hörfunk etabliert. Inzwischen gehört die Satire auch zu dem Hauptmedium unserer Zeit, dem Internet. Die Satire setzt sich aus mehreren gestalterischen Elementen zusammen, die das Ziel einer spöttischen Kritik an bestehenden Zuständen haben. Die Satire will Fehlentwicklungen und Missstände innerhalb einer Gesellschaft, aber auch bestimmte Ereignisse und Personen wie Politiker und andere Menschen des öffentlichen Lebens, anprangern, beschreiben und entlarven. Die Satire ist eine Zeitkritik.

Was die Schreibweise einer Satire betrifft, hat sie keine allgemeinen Bestimmungen. Ihre Gegenstände, Mittel und Funktionen wandeln sich im Laufe der Geschichte. Eine Trennung zwischen Komik, Polemik oder Parodie ist demnach schwierig. Die Satire kann eine kritische, polemische, unterhaltende oder didaktische Funktion haben. Oft bedient sich die Satire der Übertreibung. Sie verzerrt Sachverhalte und stellt sie der Lächerlichkeit dar.

Was darf Satire?
Wie weit darf die Satire heutzutage gehen? Darf sie scherzhaft mit dem dritten Reich und dem Holocaust umgehen? Oder darf sie Helmut Kohl als ein fettes Schwein darstellen? Die Fragen sind schwer zu beantworten, denn die Satire bewegt sich oft an der Schmerzgrenze. Der Umgang mit solchen Themen ändert sich mit der Zeit. Vor allem die Filmsatire erreicht viele Menschen und steht besonders unter Beobachtung. Die Filmsatire soll nach Möglichkeit, unterhaltsam informieren, aber vor allem eine klare und kritische Meinung äußern und deutlich Stellung zu aktuellen Ereignissen beziehen. Dem Publikum soll alles vermittelt werden, was im Lande nicht funktioniert und falsch läuft. Die Satire erreicht seine Wirkung wenn der Zuschauer lacht, zusätzlich was lernt und somit aktiv am Geschehen mitwirkt.

Der Satiriker Kurt Tucholsky formulierte es so: „Satire ist in erster Linie gegen etwas gerichtet, und zwar gegen eine als fehlerhaft und schlecht empfundene Wirklichkeit in Form von Personen, Institutionen und Geisteshaltungen. Diese werden kritisch mit einem Ideal verglichen, dem sie nicht entsprechen. Der ironische Humor, mit dem dies oft geschieht, ist dabei nur ein Vehikel, das ohne den kritischen Anspruch der Satire zu reiner Komik wird.“ Demnach ist die zentrale Frage einer Satire: „Wer ist der Feind?“ oder „wer ist verantwortlich dafür?“.

Grundsätzlich gilt: Jeder hat das Recht auf Satire. Egal ob Christ, Moslem, Jude, Mann, Frau oder andere. Jeder kann zum Opfer der Satire werden. Voraussetzung ist, dass sie ein Fehlverhalten an den Tag legen. Was Satire allerdings niemals darf, ist eine Geschichte zu verfälschen. Sie sollte sich auf die Fehler des jeweiligen „Feindes“ richten. Satire muss wehtun, sonst bleibt sie wirkungslos. Tucholsky sagt dazu: “Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird.” Ein klares Tabu der Satire ist der tritt nach unten. Die Verhöhnung Schwächerer wird von vielen Satirikern abgelehnt. Aber nicht von allen. Einer der bekanntesten Verhöhner Schwächerer ist Stefan Raab. Sie dient der reinen Belustigung, wird aber als Art der Satire angesehen. Beispiel: Im Jahr 2004 kommentierte Stefan Raab das Foto einer jungen türkischen Mutter, die die Schultüte für ihr Kind trug, mit dem Satz: “Die Dealer tarnen sich immer besser.” Vor Gericht wollte Raab dies als “zulässige Satire” verstanden wissen. Gegen diese Inanspruchnahme muss sich die Satire verwahren. Diese Äußerung ist keine Satire, schon gar keine zulässige. Die Frage lautet wie immer: Wer ist der Feind? Junge Mütter? Junge Türkinnen? Warum?

Was ist Humor?
Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Ein altes Sprichwort, das durchaus Wahres in sich birgt, wenn es um das Thema Humor geht. Lachen, Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und eine von Optimismus begleitete Lebensfreude sind nur selten ohne ein gewisses Maß an Humor behaftet. Humor, der unterschiedliche Formen aufweisen kann, gilt oftmals als ein Indiz der Schadenfreude. Diese tritt folglich spontan und nur geringfügig kontrollierbar auf, sobald einem anderen Menschen ein Missgeschick geschehen ist. Verwerflich ist diese Art von Humor in der Regel nur dann, wenn es eigentlich nichts zu lachen gibt, weil der andere sich ernsthaft verletzt hat oder sich zutiefst blamiert fühlt. Im Gegenzug zeugt ein Mensch auch von einer humorigen Grundeinstellung, wenn ihm ein Malheur passiert ist und er über sich selbst herzlich lachen kann.

Humor hat jedoch noch weitaus mehr Seiten als nur diese beiden Formen. So kann sich Humor auch recht makaber oder gar in Schwarz aufzeigen, was beispielsweise sehr gerne mit den Engländern in Verbindung gebracht wird, die bekanntlich wahren „Meister des schwarzen Humors“ sind. Zudem tarnt sich der Humor allzu gerne in gezeichneten Bildern, Witzen, Kalauern, schlüpfrigen Erzählungen sowie über sogenannte Insider-Witze, die zumeist durch zwei oder mehr Personen entstanden, von Außenstehenden jedoch nur selten verstanden werden.
Unabhängig dessen welche Variante des Humors nun das Lachen und Schmunzeln auslösen, ist interessanterweise fast allen humorvollen Menschen eines gemeinsam: Eine positive Lebenseinstellung und eine Portion Optimismus. Dass zwar mit Gelächter keine größeren privaten oder beruflichen Schwierigkeiten gelöst werden können, versteht sich von selbst, allerdings wiegt ein Problem etwas leichter, wenn man alles mit einem Augenzwinkern begleitet und durchaus auch einmal sich selbst und seine Situation durch den berühmten Kakao ziehen kann.

Was ist Lachen?
Der US-Psychologe Robert Provine hat in über 15 Jahren Lachforschung herausgefunden, dass das Phänomen Lachen weit mehr ist als eine reflexartige Kontraktion der Bauch- und Gesichtsmuskulatur. Lachen ist soziale Interaktion, eine besonders intensive und häufig unbewusste Form der Kommunikation.

80 Prozent aller Lacher beruhen nicht auf einem Witz oder einer Pointe. Die meisten Menschen lachen, um ihrem Gegenüber bewusst oder unbewusst etwas mitzuteilen. Lachen ist also in erster Linie ein Mittel der Kommunikation. Wie wichtig diese non-verbale Sprache ist, zeigt folgendes Beispiel: Ein Chef macht einen Witz vor einem seiner Angestellten. Im Normalfall fängt der Chef dann lauthals an zu grölen und der Angestellte beginnt ebenfalls zu lachen, auch wenn er den Unterhaltungswert des Witzes als eher gering einschätzt.

Nicht der Witz provoziert das Lachen des Angestellten, sondern die vermeintliche Erwartungshaltung seines Chefs: Mitlachen! Der Angestellte kommt dieser Erwartungshaltung meist nach, um den Chef in seiner Rolle als Chef zu bestätigen, da er sonst negative Konsequenzen befürchtet. Man stelle sich nur einmal vor, der Angestellte würde dem Chef sein zustimmendes Lachen verweigern. Forscher haben bei dieser Art des Lachens herausgefunden, dass der Vorlacher meist laut lacht. Die Menschen, die auf das Lachen reagieren, halten sich in der Lautstärke zurück.
Doch Lachen kann weitaus mehr zwischen Menschen vermitteln als bloße Machtpositionen. Lachen kann auch als Indikator für Sympathien oder Antipathien genutzt werden. Die Menschen in einer Reisegruppe etwa, die die kommende Woche miteinander verbringen werden, lachen sich nachgewiesenermaßen am Anfang dieser Zeit häufiger an als zum Ende. Schon in den ersten Stunden wird durch häufiges Lachen geklärt, wer sich innerhalb der Gruppe am sympathischsten ist. Das Lachen zeigt an, dass zwei Menschen sich freundlich gesonnen sind, dass sie sich gegenseitig zustimmen, also eine Basis an Gemeinsamkeiten haben.

Beim Lachen geschieht Erstaunliches mit der menschlichen Stimme: In wenigen Millisekunden kommt eine herzhaft lachende Frau auf eine Tonhöhe von 1000 Hertz, wobei die normale Frequenz bei 100 Hertz liegt. Die Wissenschaftler sagen, dass der komplexe Vorgang des Lachens, also die Lachmelodie, die Grunz- und Schnarchlaute und die Veränderung der Tonhöhe unbewusst gesteuert werden und deshalb niemals glaubwürdig nachgeahmt werden können. Jeder Mensch erkenne instinktiv, ob das Lachen des Gegenübers echt sei.

Was ist Kabarett?
Die Hauptaufgabe eines Kabarettisten ist, dass dem Zuschauer „das Lachen im Hals stecken bleibt“. Das Kabarett ist eine Kleinkunst. Gesellschaftskritisch, komisch und unterhaltend. Es stammt aus dem französischen „cabaret“, was mit „Schanke“ übersetzt wird. Kabarettisten führen ihre humoristisch-satirischen oder politisch-gesellschaftlichen Aufführungen traditionell auf Bühnen auf. Es ist eine darstellende Kunst, die mit Literatur und Musik vereint ist. Der Kabarettist kann zudem Parodien, Sprachspielereinen und Karikaturen einbinden. Dabei unterscheidet man zwischen dem literarischem Kabarett (Gedichte, Lieder, Prosatexte) und dem politisch-humoresken Kabarett (Parodien, Satiren, Sketche).

Die Satire ist in der Gesamtheit zeitbedingt. Anders als im Theater ist die Atmosphäre bei einem Kabarett, das meist in kleinen Lokalen stattfindet, durch den erlaubten, wenn nicht gar erwünschten Tabak- und Alkoholkonsum recht ungezwungen. In loser Reihenfolge von ‚Nummern` können im auch als Kleinkunstbühne bezeichneten Kabarett nicht nur Parodien und Sketche, sondern auch Pantomimen, Chansons und Tänze zur Aufführung kommen.