Opatija – Kaiserliche Spuren in Kroatien

Franz Joseph und seine Sisi hatten viele kleine Lieblingsplatzerl in der alten Donaumonarchie, das sich von Galizien im Osten bis zur Adria erstreckte. Doch das kleine kroatische Opatija über der türkisfarbenen Adria lag der Kaiserin besonders am Herzen. Hier war der Treffpunkt der High Society der k. u. k. Monarchie. Kaiser Franz Joseph stieg mit seiner Sisi am liebsten im Hotel Imperial ab; der zwölf Kilometer lange Spazierweg entlang der Küste trägt deshalb auch seinen Namen.

Seinen Weltruf verdankt Opatija allerdings dem Wiener Mediziner Julius Glax, dem Direktor der städtischen Kurkommission. Seine Anwendungen an der „österreichischen Riviera“ waren so berühmt, dass sogar Sigmund Freud seinen Patienten riet: „Fahren Sie zum Kuren nach Opatija!“

Doch dann kam der Erste Weltkrieg und das Reich der Habsburger wurde Geschichte. Istrien fiel an Italien, nach dem Zweiten Weltkrieg an das sozialistische Jugoslawien. Der Glanz der mondänen Hafenschaft schien erloschen zu sein. Doch dann kam die Renaissance.

Kroatien erklärte seine Unabhängigkeit und mit der Zeit erhielt Opatija seinen alten Flair zurück. An den Wochenenden reist die neue kroatische Schickeria aus der Hauptstadt Zagreb an. Und wie damals, als sich die seit 1884 von der Österreichischen Südbahngesellschaft betriebene Verbindung Wien-Opatija reger Nutzung erfreute, strömen auch ausländische Gäste wieder ins „Nizza der Adria“.

INTERESSANTES: Durch kaiserliches Dekret vom 4. März 1889 wurde die Stadt zum ersten heilklimatischen Kurort an der österreichischen Adriaküste erhoben. Viele gekrönte Häupter und das Großbürgertum machten es zu einem internationalen Seebad. Damals fuhr das Kaiserpaar etwa zwölf Stunden mit der Eisenbahn von Wien nach Opatija