Michaela Kaniber: Sie ist eine von uns!

Freundlich, intelligent und kroato-bayerisch – so kann man Michaela Kaniber beschreiben. Sie zeigt uns, dass man als Kroate in Deutschland doch weit kommen kann – nämlich in den Bayerischen Landtag. Sie entscheidet mit! In der Alltagspolitik und was noch wichtiger ist, sie wird gehört! Sie kümmert sich um die Flüchtlingspolitik, um die Bildung junger Menschen und um ihren kleinen Landkreis, dem Berchtesgadener Land.

Vor zwei Jahren setze sich die CSU-Politikerin als Stimmkreisabgeordnete im Berchtesgadener Land durch und holte 51,19 Prozent der Stimmen – die absolute Mehrheit. Kaum jemand hätte es dir damals zugetraut, nicht einmal die Eltern: “Als ob man dich als Kroatin in Deutschland wählen würde”, sagten sie damals. Aber wenn man mit Michaela Kaniber spricht, sieht man weder eine ganze Kroatin, noch eine ganze Deutsche. Sie ist eine von uns! Kroatisch erzogen, bayerisch geprägt. Kroato-bayerisch halt! Ihre Eltern kamen als Gastarbeiter nach Deutschland. Die Kindheit verbrachte sie größtenteils in der Schule und hinter der Theke im Gastronomiebetrieb der Eltern. “Es war nicht immer einfach, aber durch die Arbeit im Elternbetrieb habe ich von Kindesbeinen an gelernt zu arbeiten. Ich wollte mich immer für meine Mitmenschen engagieren”, sagte die gelernte Fachangestellte für Steuer- und Wirtschaftsberatung den jungen Studenten der Vereinigung kroatischer Stundeten in München, die sie Mitte Oktober im Landtag besucht haben.

Kein typischer Parteisoldat

Michaela Kaniber ist eine Person, mit der man sich als in Deutschland geborener Kroate identifizieren kann. Die dreifache Mutter, die aus der kroatischen Gemeinde Imotski stammt, vermittelt einen authentischen Eindruck. Dieser Text soll keine Lobeshymne an die CSU-Politiker sein, um Gottes Willen NEIN! Mehr eine Respekterweisung an den Menschen Micheala Kaniber, die sogar von Parteigegnern geschätzt und geachtet wird. Und das als politische Quereinsteigerin und als Frau in der Männerdomäne der bayerischen Politik. „Ich war noch nie der typische Parteisoldat”, erklärt Michaela Kaniber den Studenten. “Ich mag auch keine politischen Machtspielchen. Ich sage immer meine Meinung und gehe mit allen respektvoll um.” Während des Gespräches im Foyer des Maximilianeum ging kaum jemand vorbei, dem kein freundliches Wort über Kaniber entronnen ist. Obwohl auch manch einer über die sture Konservativität der Politikerin genörgelt hat, halb ihm Scherz, mehr noch im Ernst. “Ich habe mich, wie so viele andere Kroaten auch, mit den christlichen Werteeinstellungen der Partei identifiziert”, erklärt sie.

 

Das Asylverfahren beschleunigen
Das Gespräch mit den kroatischen Studenten aus München wurde durch die Erklärung zur aktuellen Flüchtlingskrise von CSU-Chef Horst Seehofer im Landtag überschattet, die kurz vor der Begegnung stattfand. Auch Michaela Kaniber fordert die Begrenzung der Zuwanderung, vor allem, weil ihr Landkreis an der deutsch-österreichischen Grenze direkt betroffen ist. “Wir müssen es schaffen, den Flüchtlingsstrom einzudämmen, auch in Kroatien und Slowenien. Gleichzeitig müssen wir den Schutzbedürftigen helfen”, erklärt Kaniber. Vor allem möchte sie den Asylmissbrauch abbauen und das Asylverfahren beschleunigen. “Viele Menschen sind zu uns gekommen, die sich nicht integrieren lassen wollen. Die Auswirkungen sind momentan kaum absehbar. Viele Oppositionelle erkennen diese Gefahr nicht”, sagt Kaniber und betont: “Für uns Kroaten war es nie ein Problem sich in Bayern oder in Deutschland zu integrieren, denn wir vertreten die gleichen christlichen Werte.“

 

Mehr kroatisches Engagement in der Politik
Die Landtagsabgeordnete Kaniber setzt sich neben der Alltagspolitik auch intensiv für die berufliche Förderung junger Kroaten in Deutschland ein, vor allem durch ihre Aktivität in der Bayerisch-Kroatischen Gesellschaft e.V. „Wir bemühen uns Kroaten in Bayern, aber auch Deutschen in Kroatien zu helfen einen vernünftigen Arbeitsplatz zu finden“, sagt die Politikern und wünscht sich ein stärkeres Engagement der hier lebenden Kroaten in der deutschen Politik und Wirtschaft, denn „wir haben ein enormes Potenzial, nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland. „Gemessen an der Bildungsquote und der erfolgreichen Integration der Kroaten hier im Lande, müssten sich viel mehr Kroaten aktiv an der Politik beteiligen“, sagt Kaniber, die ihre dalmatinischen Wurzeln nicht verbirgt. Dazu passt die scherzhafte Anekdote eines Studenten der sagte, dass der Stuttgarter Stern über Kanibers Heimatstadt Imotski leuchtet. Denn gemessen an der Einwohnerzeit, werden pro Einwohner nirgends so viele Mercedese gefahren wie im Hinterland Dalmatiens. Aber auch hier entgegnet Kaniber: „Ich freue mich über jeden Kroaten der ein Mercedes fährt, denn das zeigt nur, dass sie erfolgreich sind.“   

 

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