Die Wiederentdeckung von Gerasa

Seit 2011 arbeitet ein dänisch-deutsches Team von der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Aarhus in Gerasa/Jerash in Jordanien. Gerasa war eine bedeutende Stadt der Dekapolis, und auf dem, zu einem Gutteil nicht modern überbauten Stadtgebiet, liegt eine der beeindruckendsten Ruinen Jordaniens und ein Musterbeispiel römischer Urbanistik. Die Feldarbeiten des dänisch-deutschen Teams erfolgen im Nordwestquartier, dem höchsten Punkt im ummauerten Stadtgebiet und umfassen einen archäologischen Oberflächensurvey, geophysikalische Prospektionen sowie seit 2012 Ausgrabungen.

Die wissenschaftliche Erforschung wird unter anderem vom „Deutschen Verein zur Erforschung der Geschichte und Kultur Palästinas“ durchgeführt, die insbesondere die biblische Vergangenheit der Region untersuchen. Entsprechend der Zielsetzung seiner Gründungsmitglieder ist der Verein auch heute noch darum bemüht, die Kenntnis der Geschichte und Kultur Palästinas zu fördern und zu verbreiten.

Untersuchung der Siedlungsgeschichte

Übergeordnetes Ziel ist die Untersuchung der Siedlungsgeschichte dieses Gebiets zwischen hellenistischer und mittelislamischer Zeit. Ausgehend von der Siedlungsgeschichte des Nordwestquartiers sind weitere Aussagen zur Urbanistik und Entwicklung der gesamten Stadt möglich. Bislang konzentrierten sich die Forschungen internationaler Teams in Gerasa auf die römischen Pracht- und Monumentalbauten im Stadtzentrum, mit dem Nordwestquartier-Projekt wird ein jenseits davon gelegenes Stadtquartier in seiner gesamten Siedlungsgeschichte untersucht.

Feldarbeiten mit internationalem Team

An den Feldarbeiten, die von Achim Lichtenberger und Rubina Raja geleitet werden, nehmen jedes Jahr insgesamt ca. 25 Studierende der Universitäten Aarhus und Bochum sowie internationale Spezialistinnen und Spezialisten unterschiedlicher Disziplinen teil. Das Team im Feld wird von Georg Kalaitzoglou geleitet, die Fundbearbeitung von Annette Højen Sørensen.
Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Carlsberg Foundation und dem H. P. Hjerl Hansen Mindefondet for Dansk Palæstinaforskning. Nach einer ersten dreijährigen Förderphase (2011-2013) hat die DFG soeben drei weitere Jahre Finanzierung der Feldarbeiten bewilligt.

 

http://www.ruhr-uni-bochum.de/archaeologie/gerasa.html