Kolinda, der Fußball-Fan

Als Kroatien und Frankreich beim WM-Finale gegeneinander antreten, zieht eine Frau alle Blicke auf sich: Kolinda Grabar-Kitarović, 50 Jahre alt, Präsidentin von Kroatien. Kein Staatsoberhaupt war mit so viel Herz und Leidenschaft dabei wie sie. Schon nach dem Viertelfinal-Spiel gegen Russland feierte sie ausgelassen auf der Tribüne und tanzte später mit der Mannschaft in der Kabine. Beim Finale erobert sie die Herzen der Menschen nun vollends: Während Frankreichs Präsident Macron und Russland Staatsoberhaupt Putin im schicken Anzug nach dem Ende des Spieles Spalier stehen, um den neuen Weltmeistern und Vize-Weltmeistern zu huldigen, trägt Grabar-Kitarović stolz das rot-weiß-karierte Trikot. Ihr Strahlen – heller als eine 1000-Watt-Birne.

Die Bilder waren der emotionale Höhepunkt einer Präsidentin, die in den vergangenen zwei Wochen eigentlich nur mit Fußball-Trikot zu sehen war. Der eigentliche Dresscode soll von den Gästen auf der Ehrentribüne eher Anzug oder Kleid gefordert haben, munkelt man in WM-Kreisen. Dazwischen schimmerte das kroatische Trikot von Grabar-Kitarovic doppelt auffällig.

Die Frau hat eine ziemlich steile Karriere gemacht. Als Tochter eines Metzgers kommt sie am 29. April 1968 in der Hafenstadt Rijeka zur Welt und soll später zur Weltenbummlerin werden. Mit 17 Jahren ruft das große Abenteuer Kolinda zum ersten Mal: Als Austauschschülerin geht sie in die USA. Danach zieht es sie zurück in die Heimat, zu einem Englisch- und Spanisch-Studium in Zagreb. Weitere Stationen ihrer Karriere sind die Diplomatische Akademie Wien, die George Washington University in Harvard und die kroatische Botschaft in Ottawa, Kanada. Von 2005 bis 2008 ist Garbar-Kitarović Außenministerin, danach bis 2011 kroatische Botschafterin in den USA. Nach einem Posten bei der Nato wird sie 2015 schließlich Präsidentin.

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