Independencia!

Viele Katalanen wollen die Unabhängigkeit. Die Freiheit von Spanien. Mehr Autonomie. Entscheidungsmacht über Finanzen und Verwaltung. Aber wer sind die Katalanen eigentlich? Ihr Land liebt im Osten Spaniens, an der Grenze zu Frankreich und dem Kleinstaat Andorra. Das Land ist etwa so groß wie Belgien, hat rund 7,5 Millionen Einwohner und ist die wirtschaftlich stärkste Region der iberischen Halbinsel. Das Aushängeschild ist eindeutig der Fußballklub FC Barcelona – die heimliche Nationalmannschaft und eines der besten Teams der Welt.

Innerhalb des Königreiches Spanien besitzt Katalonien bestimmte Autonomierechte, wie ein eigenes Bildungs- und Gesundheitssystem, eine eigene Polizei und ein Parlament. Zudem wird dort katalanisch als anerkannte Sprache gesprochen. Aber die Katalanen wollen mehr! Sie haben es satt der Zahlmeister für den Rest des Landes zu sein. Sie wollen die vollständige Souveränität über ihr Land – eine eigenständige Nation werden.

In den vergangenen Jahren haben die Katalanen deshalb verstärkt an ihrer Unabhängigkeit gearbeitet und sogar eigene Botschafter ins Ausland geschickt. Das hat der Regierung in Madrid überhaupt nicht gepasst. Zudem verabschiedete das katalanische Parlament ein Gesetzt, das den Weg in die Loslösung von Madrid sichern soll. Das Unabhängigkeitsgesetzt wurde von der spanischen Zentralregierung allerdings als unzulässig erklärt. Ein Referendum wurde den Katalanen verboten. Mehrere katalanische Politiker wurden daraufhin von Madrid zurechtgewiesen. Ihnen wurde Ungehorsam und Amtsmissbrauch vorgeworfen. 14 katalanische Politiker wurden daraufhin festgenommen. Regionalpräsident Charles Puigdemont floh sogar nach Belgien. Bei seiner Rückkehr erwartet ihn eine Haftstrafe.

Viele Experten warnen allerdings vor den wirtschaftlichen und politischen Folgen einer Abspaltung. Aber was die meisten Katalanen vor dem gewagnen Schritt abhält, ist die ungewisse Zukunft des FC Barcelona. Die spanische Liga hatte bereits angekündigt, den Verein im Falle einer Abspaltung aus der ersten Liga zu werfen.

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