Ende des Wettrüstens

Weltweit gibt es noch genug Atomwaffen, um die gesamte Menschheit auszulöschen. Und das gleich mehrfach. Die meisten besitzen Russland und die USA, gefolgt von Großbritannien, Frankreich und China. Deutschland gehört nicht zu diesem exklusiven Klub. Anders die selbsternannten Atommächte Indien und Pakistan. Dazu kommt aber auch Israel, obwohl die Israelis noch nie zugegeben haben, welche zu besitzen. Neu im Klub ist Nordkorea – doch ist die ganze Sache etwas schwammig. Experten gehen jedenfalls davon aus, dass Machthaber Kim Jong Un seine Militärs soweit gedrillt hat, das die Herstellung von Atomwaffen möglich sei. Ob tatsächlich eine atomare Bedrohung von Nordkorea ausgeht, bleibt fraglich. Ungeachtet dessen spielte das Thema eine Schlüsselrolle beim jüngsten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Trump und Kim Jong Un in Singapur. Dabei bekannten sich die Nordkoreaner in einer Erklärung zur vollständigen Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel.

Das größte Sorgenkind dieses Exklusivklubs der Atommächte ist der Iran. Die Mullahs in Teheran wollen mithilfe der Atombombe an die Spitze des islamischen Lagers aufsteigen, so die allgemeine Einschätzung vieler Experten. Offiziell reichert das Regime Uran zu friedlichen Zwecken an. Doch das wird von mehreren Nationen bezweifelt, die das Land seit Jahren mit Sanktionen belegen. Erst 2015 kam es durch den Atomdeal zu einer Lockerung, die im Mai 2018 durch US-Präsident Trump wieder verschärft wurden – trotz anhaltender Kritik der Europäer.

Eine Atommacht wird man aber erst dann, wenn man Kernwaffen nachweislich zünden und bauen kann. Gezündet haben bislang nur Russland, China, die USA, Großbritannien und Frankreich. Dennoch unterzeichneten diese Länder am 1. Januar 1967 ein Nichtverbreitungsabkommen (NVV) und verpflichteten sich damit weiter zur Abrüstung. Israel, Pakistan, Indien und Nordkorea sehen sich allerdings nicht als Teil des NVV und läuteten eine Trendwende ein – und das führt aus dem Abrüsten schnell in ein Wettrüsten. Ein Abrüstung scheint in der aktuellen geopolitischen Lage in weite Ferne gerückt.

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