Drei Religionen, eine Stadt und ein Berg

Christen, Moslems und Juden streiten seit jeher um den Tempelberg. Ein für alle drei Weltreligionen ein bedeutender Ort. Für Muslime, weil es nach Mekka und Medina der drittheiligste Ort ist. Für Juden, weil dort einst das Allerheiligste aufbewahrt wurde. Für Christen, weil dort Jesus gelebt und gewirkt hatte.

Einer islamischen Überlieferung zufolge ist von dort aus der Prophet Mohammed in den Himmel geritten. Daher erbauten die Muslime auf dem Plateau im 7. Jahrhundert den Felsendom mit der berühmten goldenen Kuppel und die al-Aqsa-Moschee. Doch krönte einst ein anderes Gotteshaus die Spitze dieses Berges: der Salomonische Tempel. Dort wurde das Allerheiligste beschützt, bis ihn nicht die Babylonier im 6. Jh. v. Chr. und nach dem Wiederaufbau die Römer 70 n. Chr. in Schutt und Asche gelegt haben. Alles was vom Tempel übrig blieb, ist die Umfassungsmauer – bekannt als Klagemauer. Das ist der heiligste Ort des Judentums. Dort beten sie und hinterlassen ihre Wünsche und Gebete in den Steinritzen.

Auch für die Christen ist der Tempelberg ein wichtiger Ort. Denn dort hat sich Jesus gerne aufgehalten, dort hat er gepredigt und gebetet. Berühmt ist die sogenannte Tempelreinigung, als Jesus Händler und Kaufleute vertrieben hat. Nach biblischer Überlieferung wollte an diesem Ort Abraham seinen Sohn opfern, der Urvater aller drei monotheistischen Religionen.

Kein Wunder also, dass der Tempelberg im Zentrum religiöser Konflikte steht. Und immer dreht sich alles um die selbe Frage: Wer darf den Tempel wann benutzen? Oft endet die Debatte gewaltsam.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.