Die Sonderrolle der CSU

Seit 1949 drückt mit der CSU eine echte regionale Partei der Bundespolitik ihren Stempel auf – fast fünf Jahrzehnte als Teil der Bundesregierung, nur 13 Jahre als Oppositionskraft. Und obwohl die CSU ausdrücklich betont, dass es ihr zu „keiner Zeit ausschließlich“ um die Durchsetzung bayerischer Interessen gehe, sondern immer um Politik für ganz Deutschland, hat der Freistaat dennoch in besonderer Weise profitiert. So konnte die CSU Projekte wie die Pkw-Maut oder die Einführung der Mütterrente gegen alle Widerstände durchsetzen.

Aber entscheidend für das bundespolitische Selbstverständnis der CSU sind stattliche Wahlerfolge und die lange Regierungstradition – in München und Berlin. Mit Werten um die 50 Prozent ist die CSU tatsächlich mit die erfolgreichste Volkspartei innerhalb der westlichen Demokratien – und kann mit einer 100-Prozent-Ausbeute bei den Direktmandaten Druck auf die im Bund schlechter abschneidende CDU ausüben.

Das wohl wichtigste Argument: Die bayerische Wirtschaft brummt seit Jahren. Galt der Freistaat vor Jahrzehnten noch als Armenhaus Deutschlands, ist er inzwischen unumstrittener Primus. Die Folge: Kein anderes Land zahlt mehr in den Länderfinanzausgleich ein. Davon sind insbesondere die chronisch klammen Länder finanziell abhängig. Die Bayern nehmen daher für sich in Anspruch, ein gehöriges Wörtchen mitzureden.

 

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