Der „Islamische Staat“ und die Angst

Woher kommt dieser „Islamischer Staat“ plötzlich her? Wieso ist es seit Monaten auf der Agenda der Weltpolitik? Und vor allem, wieso wird keine Lösung für das Problem gefunden, wie bei so vielen anderen politische Zwickmühlen zuvor? Viele Fragen zu einem Mysterium, was man im Augenblick nicht so recht zu deuten vermag. Oder liegt die Ursache des Konflikts wo anders? Könnte es möglich sein, dass die entstandene Angst in Europa vor dem islamischen Terror gewissen politischen Parteien von Nutzen ist? Wenn ja, dann stellt sich die Frage, wie politische Akteure mit der Angst von Menschen umgehen.

Seit jeher besteht in der Geschichte Europas ein Zusammenhang zwischen Politik und Angst. Bereits in der Antike wurde die Angst als Notwendigkeit angesehen, um politische Ziele erreichen zu können. Dieses Phänomen kann bis in die Neuzeit beobachtet werden und war zudem Bestandteil mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen. Hervorzuheben wäre die Arbeit von August Nitschke aus dem Jahre 1964. Er geht davon aus, dass mithilfe der Furcht, eine kollektive Ordnung geschaffen werden kann. Darüberhinaus können die jeweiligen „Untertanen“ zu freiwilliger Hilfe für die Regierung bewegt werden, dass dadurch Ziele „im militärischen und außenpolitischen Bereich“ erreicht werden können.

Der IS und seine Propagandainstrumente
Demnach sind politischen Akteure dazu im Stande, gewisse Ereignisse zu nutzen, um kollektive Ängste in der Gesellschaft zu schüren und somit politisch bizarres Handeln zu legitimieren. Diese These führt zur zentralen Frage, wer den sogenannten „Islamischen Staat“ erschaffen hat und ob diese Terrorbande nicht als Instrument für weitreichende geopolitische Ziele dient? Zum Beispiel der Neuzerteilung der arabischen Staaten wie Syrien, Libanon und den Irak. Plötzlich treten die Kurden und anderen Minderheiten ohne eigenen Staat in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Es wäre nicht unwahrscheinlich, dass bald neue Ministaaten in Nah-Ost entstehen.

Mit dem „Islamischen Staates“ wurde jedenfalls ein gelungenes Propagandainstrument gefunden, um Angst in der westlichen Welt zu propagieren. Ein schrecklicher Staat, der sich mit unmenschlichen Gräueltaten profiliert und neuen Hass in der arabischen Welt schürt, der auch in Jahrzehnten nicht vergessen werden kann. Für die westliche Gesellschaft kann der Konflikt mit dem IS für zweierlei Gefahren sorgen. Zum einen erregen die brutalen Meldungen Angst und Hass. Zum anderen findet sich die westliche Öffentlichkeit schnell mit den Bildern ab, wodurch die Aufmerksamkeit schwindet.

Die breite Hysterie
Aber wem nutzten diese erzeugten medialen Effekte? Nach aktuellem Wissensstand ist die Frage kaum zu beantworten, allerdings kann ich folgendes dazu äußern: Nahezu alle westlichen Medien haben zur selben Zeit identisch über die Lage im Nahen Osten berichtet. Die Menschen spüren plötzlich die Gefahr, dass der Terror des IS jeden einzelnen treffen kann. Damit meine ich nicht nur die direkte Gefahr vor dem Terrorismus, sondern mehr die Möglichkeit, dass der IS unsere freie europäische Kultur und Demokratie bedroht. Überall war zu lesen: „Die Islamisten sind mitten unter uns“, „eine Gefahr für Deutschland“, „eine Gefahr für unsere Kultur und unser christliches Fundament.“ Das erzeugt das Gefühl des Handels. Handeln gegen Salafisten, Islamisten und andere Gefahren.

Es könnte sein, dass ein Teil der politischen Elite das Ziel verfolgt, Angst zu propagieren, um ein Eingreifen in den syrischen und irakischen Bürgerkrieg zu legitimieren. Auch wenn er nicht auf dem „friedlichen“ europäischen Kontinent stattfindet. Das mögliche Resultat: eine breite Hysterie. Somit wird die breite Masse anfällig für mediale Manipulation und Propaganda verschiedener politischer Lager. Das Ergebnis ist, dass die Menschen mit politischen Schritten einverstanden sind, die möglicherweise illegal oder stark in die Privatsphäre jedes einzelnen eindringen. Dazu nenne ich drei Begriffe: Wirtschaftskrise, NSA und Islamismus.

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