Bella Italia settentrionale

Wenn der Norden schuftet und der Süden faul in der Sonne liegt, ja dann ist man in Italien. So denkt man zumindest in Mailand, Venedig oder Bergamo. In der Lombardei und Venetien schitzten man das ganze Jahr und muss noch die faulen Sizilianer durchfüttern. So in etwa ist die Grundstimmung vor Ort. Vor allem die historisch reichen Venezianer finden das unfair. Nun soll ein Referendum helfen die Sache zu richten.

Aber erst kurz zu den Fakten: Tatsächlich unterscheidet sich der Norden vom Süden wirtschaftlich sehr stark. Das Einkommen im Norden beträgt pro Kopf mehr als im Süden – und das sorgt für Spannungen. Die Lombardei und Venetien sind die Lokomotiven des Landes. Zusammen erwirtschaften sie mehr als 30 Prozent des BIP Italiens. Und wie die meisten anderen auch, führen sie ihre Steuern an die Zentralregierung in Rom ab. Dabei liegt das Defizit in Venetien bei 15 Milliarden und in der Lombardei bei 54 Milliarden. Das heißt, das Land zahlt viel mehr ein, als refinanziert wird.

Aus diesem Grund kämpfen beide um einen Sonderstatus, den schon fünf andere Regionen haben. So könnten sie über den größten Teil des Geldes selbst bestimmen und müssten nur einen Teil ihrer Einnahmen an Rom abführen. Ganz wichtig: Es geht dabei nicht um den Wunsch nach Eigenstaatlichkeit, sondern um finanzielle Autonomie. Und das ist im Einklang mit der italienischen Verfassung. Doch gibt es Gruppen, wie beispielsweise die „Lega Nord“, die sehr wohl eine staatliche Unabhängigkeit fordern. Sie kämpften gemeinsam für einen gemeinsames Norditalien. Allerdings sind die Rufe nach Souveränität vorerst verstummt.

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