Wo man her kommt, ist nur eine Frage des Abstandes

Die Millowitschs passen sich dem Zeitgeist an. Das war schon immer so. Peter Millowitsch macht das nicht anders. Mit einer 150-jährigen Tradition im Rücken, führt er das bekannteste Theater in Köln.

„Das Millowitsch-Theater läuft gut, aber es wird immer schwieriger in der Branche“, sagt Peter. Die Millowitschs haben mit ihrem Theater zwei Weltkriege und zahlreiche Wirtschaftskrisen überstanden. Peter ist fest davon überzeugt, dass es auch künftig alle Krisen überstehen wird. Es gehört zu Köln. Zur Mentalität der Stadt. „Wir Kölner geraten nicht so schnell in Panik. Wir sind hier alle ziemlich entspannt.“

Peter versucht in seinen Theateraufführungen diese Kölner Lockerheit aufzugreifen. „Ich könnte kein ernsthaftes Theater machen, die Menschen wollen unterhalten werden!“ Das sind die typischen Millowitschs wie die Menschen sie kennen.
Das ging schon vor 70 Jahren in die Hose, als man versuchte seinen Großvater Peter zu einem ersthaften Stück zu zwingen. „Man kannte ihn nur als lustigen Menschen. Die Nazis wollten aber, dass er ein Stück über einen Nazi-Märtyrer spielt. Aber die Menschen lachten bei jedem Satz. Seitdem kamen sie nie wieder“, erinnert er sich.

Peter fühlt sich als Rheinländer. Aber für ihn ist das nur nebensächlich. „Es ist immer nur eine Frage des Abstandes woher man kommt. Wenn ich in Amerika bin, dann bin auch aus Europa und wenn ich in Spanien bin, dann komme ich aus Deutschland.“ Peter hat einen gesunden Stadtstolz. Er würde immer nach Köln zurückkehren. Für die Zukunft wünscht er den Kölner das Beste, vor allem aber, eine bessere Ampelschaltung auf der Aachener Straße.

 

 

 

Aus dem Gespräch mit Peter Millowitsch.

Peter Millowitsch (geb. 1. Februar 1949 in Köln) ist ein Kölner Volksschauspieler, Bühnenautor und Leiter des privaten Millowitsch-Theaters.Er ist der Sohn des Kölner Volksschauspielers und Theaterunternehmers Willi Millowitsch (1909-1999).